Kleine Engel“ von Daniel Kohlhaas

Kleine Engel

Der Thriller „Kleine Engel“ dreht sich um die Euthanasiefrage, um Mitleid, Gnade, Mord und unverarbeitete Trauer. Darf man todkranken Kindern, die keinen Lebenswillen mehr haben zum sanften Tod verhelfen? Ein Mörder beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen „Ja“ und einer entsprechenden Handlung.

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Trailer von „Kleine Engel“ von Daniel Kohlhaas: https://www.youtube.com/watch?v=kTKC7hfkQAE

Worum es in „Kleine Engel“ geht

Lilli, ein todkrankes Mädchen im Hospiz, wird unter Beachtung ihres sehnlichsten Wunsches: „Fliegen zu können“ ermordet, indem es aus dem Fenster geworfen wird.

Die ermittelnde Polizeidienststelle legt diesen Fall als „Selbstmord“ unter Verkettung unglücklicher Umstände ab. Es wird kein besonderes Augenmerk daraufgelegt, dass entgegen den Hospiz-Regeln der Schlüssel im Fensterschloss steckte. Auch, wie sich ein todkrankes, kleines Mädchen auf die Fensterbank schwingen konnte, bleibt unbeachtet.

Entgegen den Anordnungen des Vorgesetzten nimmt jedoch Simon Winter die Ermittlung erneut auf, weil er nicht an Selbstmord glaubt. Eine Psychologin, die sich mit wahren Kriminalfällen beschäftigt, bietet ihm ihre Unterstützung an, obwohl sie an die moralische Rechtmäßigkeit von Euthanasie glaubt.

Warum wurde der Fall „Lilli“ nicht näher untersucht? Liegt Winter mit seinem Mordverdacht richtig oder verrennt er sich aufgrund seiner nicht verarbeiteten Vergangenheit in falsche Gefühle?

Die Kernfrage hinter „Kleine Engel“

Wie bereits in der Einleitung dargestellt, handelt dieser Thriller um die Frage um die Berechtigung von Euthanasie, also dem unterstützen Sterben. Das Gesetz verurteilt solche Unterstützungen, auch, wenn es der Patient selber möchte. Sogar der Selbstmord soll verhindert werden, sofern die Absicht erkennbar ist. Zwangseinweisungen in Kliniken zum Selbstschutz sind möglich und werden praktiziert.

Doch wie sieht es mit der moralischen Verantwortung gegenüber einem Menschen oder Kind aus, das mit dem Leben abgeschlossen hat, große Schmerzen hat und nur noch bettlägerig auf mehr Leid und den Tod wartet? Diese Menschen sehen, wie sehr die Umwelt und ihre Lieben unter ihnen leiden und sie wollen das alles nicht mehr. Ist es da nicht menschlich, geradezu wohltätig, diesen hilflosen Menschen zu eine, sanften Weg in den herbeigesehnten Tod zu verhelfen? Doch wer will und kann beurteilen, wann ein schmerzerfüllter Mensch diesen Weg wirklich will? Wann es soweit ist?

Dies ist eine heiß umstrittene Frage, wobei die Moral, der Glaube und auch die Sorge, es könnte mal eigene liebgewonnene Personen treffen eine vernünftige Entscheidung überrennt. Auch die Angst vor Fehlentscheidungen, denen man dann hilflos ausgeliefert ist, beeinflusst die Gedanken um die Euthanasie. Glücklicherweise oder leider?

Die Kontroversen um Euthanasie werden auch in diesem Buch angerissen. Unweigerlich habe auch ich mich wieder mit diesem Thema befasst, darüber nachgedacht und schwerlich eine eindeutige Lösung gefunden. Außer der des Gesetzes.

Meine Beurteilung des Thrillers „Kleine Engel“

Ich kam sehr gut in den Thriller herein. Die Ausdrucksweise ist einfach und flüssig. Kurze Sätze, hundert Kapitel und fünf Teile sorgen für eine gute Struktur und ermöglichen auch das Lesen in nur kurzen Zeiteinheiten. Sie verlocken ebenfalls zum Lesen von „nur noch einem Kapitel“, da sich mit nahezu jedem Kapitel die Sichtweise ändert und sie jeweils nur wenige Seiten lang sind.

Gedanken und Sätze, die im Kopf der jeweiligen Personen kreisen, werden kursiv dargestellt. Dies gilt auch für Kapitel, die die Erinnerung einer Person schildern. Dies sorgt dafür, dass der Leser dem Text sehr gut folgen kann und für ein abwechslungsreiches Lesevergnügen.

Kurze, teilweise abgehackte Sätze oder Teilsätze spiegeln die Schuld, das Vertreiben von Gedanken, die Unsicherheit der Person oder auch eine Zeitknappheit wieder.

Diese Stilmittel bringen noch mehr Leben in den Thriller.

Die Personen sind nicht sehr tiefgründig beschrieben, was für diesen Thriller auch nicht notwendig ist. Die Motive und die Erfahrungen der Vergangenheit, die sie zu ihrem jetzigen Verhalten geführt hat, sind jedoch ausreichend – nach und nach – dargelegt. Natürlich ist dabei der Schwerpunkt auf das Leben des Mörders gelegt worden.

Dieser Thriller trotzt nur so vor Wendepunkten und offenen Fragen.

Jedes Kapitel ist spannend, zeigt etwas Neues. Dies zieht sich bis zum Ende durch.

Alle wichtigen Fragen zum Mord werden geklärt. Leider jedoch nicht alle zu allen Nebenpersonen und ihrer Vergangenheit, sodass es noch eine Art von „open end“ gibt. Ob da noch eine Fortsetzung geplant ist?

Dieser Thriller „Kleine Engel“ ist ein absolut würdiger Gewinner der Sebastian Fitzeks Thriller-Schule.

Beurteilung des sensiblen Themas „Mord und Grausamkeiten an Kindern“

Hinsichtlich des sensiblen Themas „Mord oder Grausamkeit an Kindern“ möchte ich noch betonen, dass aus meiner Sicht möglichst wenig von dem Leid der Kinder geschrieben wurde. Ein notwendiges Mindestmaß musste allerdings sein, um die Kernfrage umfassend darzustellen. Ich finde, man kann diesen Thriller trotz der tödlichen Krankheiten von Kindern und Jugendlichen gut lesen, da der Schwerpunkt auf Spannung, Mordaufklärung und der grundlegenden Kernfrage gelegt ist.

Fazit:

„Kleine Engel“ von Daniel Kohlhaas gehört zu den raffiniert durchdachten, wunderbar strukturierten und angenehm flüssig lesbaren Thriller, die ich jedem Thrillerleser wärmstens empfehlen kann.

Hinweise:

Dieses Buch wurde mir im Rahmen einer Leserunde, bei der ich mich beworben habe, kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf meine Beurteilung.

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